So ordnen Sie den Füllstand einer Flasche richtig ein

Bei frisch abgefüllten Flaschen ist im Flaschenhals zwischen der Unterseite des Korkens und dem Flüssigkeitsspiegel nur eine sehr kleine Menge Luft mit eingeschlossen (meist 1 cm oder weniger). Man nennt dien Füllstand high-fill.

Da ein Naturkorken niemals komplett dicht sein kann, kommt es im Laufe der Lagerung zu einem Schwund der Flüssigkeit.

Mikroskopische Unebenheiten auf Glas

Das Glas der Weinflasche hat mikroskopisch kleine Unebenheiten, die der Kork niemals vollständig ausgleichen kann. Dadurch entsteht ein geringer Gasaustausch.

Je konstanter die Lagertemperatur ist, desto weniger oft muss sich der Korken an die Glasoberfläche anpassen. Es kommt somit auch zu weniger Verdunstung. Zusätzlich gibt es auch noch deutliche Qualitätsunterschiede beim Korken. Je hochwertiger, desto anpassungsfähiger.

Aber auch der beste Korken verliert nach einigen Jahren seine Geschmeidigkeit und passt sich somit weniger gut an.

Hoher Schwund lässt auf Kork- oder Lagerfehler schließen

Weinflaschen mit kostanter Temperatur, hoher Luftfeuchtigkeit und hochwertigen Korken, verlieren in den ersten Jahren kaum an Flüssigkeit.

Ist der Schwund hier bereits sehr hoch spricht das somit für einen kaputten Korken oder falsche Lagerbedingungen. Der Wein ist somit in großer Oxidationsgefahr.

Füllstände bei Bordeaux Flaschen

Entscheidend für die Beurteilung des optimalen Füllstands einer Flasche ist somit auch das Alter. Man unterscheidet hierbei folgende Füllstände von hoch nach niedrig:

  • High Fill (kein Flüssigkeitsverlust – Perfekt!)
  • Into Neck (Ideales Füllniveau)
  • Top Shoulder (Der Flüssigkeitsspiegel am Beginn der Schulter einer Weinflasche. Beginn des Preisabzugs)
  • Upper Shoulder (Kleiner Preisabzug in jedem Fall)
  • Mid Shoulder (Nur akzeptabel bei außergewöhnlichen und begehrten Weinen)
  • Lower Mid Shoulder (Alternder Kork – Risiko einer Oxidation ist hoch)
  • Low Shoulder (Sehr hohes Oxidationsrisiko)
  • Below Shoulder (Oxidationsrisiko 100%)
Füllstand einer Weinflasche bestimmen

Das sagt nun der Füllstand über den Inhalt aus

Die Grundregelt ist: je mehr Luft in in der Flasche ist, desto größer ist das Oxidationsrisiko. Nur die größten Weine aus den besten Jahrgängen werden sich trotz hoher Luftmenge in der Flasche über die Oxidation retten und gut schmecken. 

Was tun wenn der Füllstand zu niedrig ist?

Prinzipiell sollten Weine mit niedrigem Füllstand rasch getrunken werden, da mit der Zeit das Oxidationsrisiko auf 100% steigt und der Wein dann nicht mehr genießbar ist.

Bei besonders hochwertigen Flaschen, die optimal gelagert wurden und zum Verkauf gedacht sind, gibt es eine Lösung: Man kann die Flasche neu verkorken lassen. Bei der Neuverkorkung wird der Wein mit dem gleichen Wein aus dem selben Jahrgang aufgefüllt. Sollte keiner vorhanden sein, dann werden sterile Glaskugeln eingefüllt, die dann den Flüssigkeitsspiegel anheben.

Idealerweise sollte dies vom Erzeuger gemacht werden, was aber mit einem hohen Aufwand verbunden ist. Es lohnt sich also nur bei Top Weinen.

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